Kraehenjagd.eu

KRAEHENJAGD.EU

Benelli Super Black Eagle 3 - im Praxistest

Alles Super bei Benelli?
Die Benelli Super Black Eagle 3 ist eine legendäre halbautomatische Flinte, die speziell für anspruchsvolle Jäger entwickelt wurde. Mit ihrem zuverlässigen Inertia-System, der starken 12-Gauge-Power und moderner Comfortech-Technologie bietet sie außergewöhnliche Leistung bei gleichzeitig reduziertem Rückstoß. Robust, präzise und perfekt ausbalanciert gilt sie als eine der beliebtesten Wasserwild-Jagdflinten weltweit.

Super Black Eagle 3 - 12/89

Der Beiname «Super» bedeutet bei Benelli SLF Im Kaliber 12, dass es sich um 12/89 (fähige) Flinten handelt. Ohne den SUPER Zusatz sind es dann 12/76 er. Jetzt erscheint das Kaliber 12/89 leicht überdimensioniert für unsere Zwecke. Dennoch gibt es Unterschiede, die den Griff zur SUPERlativen sinnvoll machen können. Aber dazu später mehr. Ich will heute speziell die Super Black Eagle 3 (SBE3) mit der Super Vinci vergleichen. Die mich schon kennen, wissen, dass mich dabei nicht der Materialunterschied einer Innenschraube, die nie einer sieht, interessiert. Wichtig sind mir nur die für MICH erkenn- und wirklich spürbaren Unterschiede, die Eure (und meine) Anschaffungspläne in die eine oder andere Richtung beeinflussen könnten.

Gemeinsamkeiten

– Beides sind absolute Top Produkte aus dem Hause Benelli. 

– Beide schiessen durch den Comfort tech (plus) Schaft unglaublich weich! 

– Beide lassen sich sehr komfortabel laden und entladen. Man muss zum Öffnen nicht schwer am Verschlusshebel ziehen wie bei manchen Gasdruckladern.

– Beide sind in Senkung und Schränkung (durch Einlegescheiben) und in der Länge des Schaftes (Schaftkappen) einfach modifizierbar, unterschiedlich hohe Wangenschmeichler (Schaftrückenerhöhungen) gibt es auch.
Beide haben ein Hilfskorn vorinstalliert.

– Beide werden mit Koffer (der von der SBE3 eher klassisch, der von der SV sehr modern anmutend) und fünf Wechselchokes geliefert.

– Beide haben den neuen Benelli Inertia Verschluss, den man nicht «vorschnappen» lassen muss, damit er verriegelt. Das ist bei der Krähenjagd egal, am Fuchsbau ist es aber recht geschickt, wenn man auch richtig leise kann…

– Beide werden mit fünf Chokes geliefert.

Aber nun zu den fühlbaren Unterschieden

Sicherung: bei der SBE3 liegt diese hinter dem Abzug (leichter erreichbar), der Knopf bei der Vinci liegt davor. Für manche ist das wichtig.

Chokes: die stahlschrottauglichen Chokes der Wasserwildflinte SBE3 sind extended. Schaut der extended Choke aus dem Lauf, ist es also safe am Gewässer mit Stahl. Natürlich hat auch die Vinci Reihe Stahlschrottaugliche Chokes dabei.

Zerlegbarkeit: Die (Super) Vincis sind – ernsthaft einfach – in Sekunden zerlegt. Vorderschaft und Lauf abnehmen sind ein Knopf und zwei Drehungen. Für Leute mit kurzem Waffenschrank oder vielen Transporten (vielleicht im kleinen Köfferchen?) eine tolle Eigenschaft! Entladen kann man die SBE3 von unten über den Ladelöffel. Das kann die Super Vinci nicht. Für manche mag das wichtig sein. Zerlegt man die SBE3, halbiert sich der ganze Systemkasten. Die obere Hälfte bleibt am Lauf. Dadurch ist sie sehr einfach zu reinigen. Denn: Die Flinte ist für den amerikanischen Wasserwildmarkt konzipiert. Und da ist es extra kalt, nass und matschig. Da braucht es wohl öfter mal eine gründliche Reinigung. Meine in Süddeutschland genutzte läuft seit vier Jahren problemlos mit kurzem Auswischen und etwas Öl…

Magazinkapazität für Sportschützen und Auslandsjagd. Geliefert werden beide mit 3er Magazin, reduziert mit herausnehmbarer Sperre auf 2er Magazin, also 3 Schuss gesamt.

Magazinwechsel bei der SBE3 ist möglich, aber für einen Technik Super GAU wie mich ohne einen Kundigen definitiv nicht empfehlenswert. Bei der Super Vinci ist der Magazinwechsel (5er, 7er, 9er erhältlich) in Sekunden per Knopfdruck erledigt – wenn man denn ein Austauschmagazin hat.

Schaftform und Grip. Spannendes Thema. Angeblich fühlt sich die Fischhaut der beiden unterschiedlich an. Mancher mag die SBE3, andere die Vinci lieber. Was ich aber nicht bemerke. Ich trage immer Handschuhe bei der Jagd, also auch auf dem Schiessstand! WAS ich allerdings bemerke – der Pistolengriff (wenn man das überhaupt so nennen kann) ist bei der SUPER Vinci etwas ausgeprägter als bei der Vinci und der SBE3.

Deswegen habe ich mir mit Handschuhgrösse 12 auch die SUPER Vinci geholt. Der Griff fasst sich FÜR MICH bei der Super Vinci besser als bei der SBE3. Er fasst sich auf jeden Fall anders. Ausprobieren!
Die Vorderschäfte sind unterschiedlich geformt. Die «Griffrille» verläuft bei der SBE3 fast waagerecht, parallel zum Lauf. Bei der SVinci steigt diese Richtung Lauf nach vorne. Warum? Je grösser der Schütze, desto länger der Arm, desto grösser vermutlich die Hand, desto weiter der Griff – macht irgendwie Sinn wenn man sie ansieht.

Die Form des Abzugbügels... jetzt wird es persönlich!

Die Vincis sehen – und das ist meine eigene persönliche Meinung – durch die Form des Abzugsbügels noch moderner, fast futuristisch aus. Das hat mir früher nie gefallen. ABER WENN DIE FLINTE in der Armbeuge liegt oder im Sitzen auf dem Boden oder rauf dem Fuss steht, dann ist die Aufnahme durch diese Form für MICH einen Ticken leichter, schneller angenehmer – ich kann es nicht beschreiben. Irgendwie flüssiger.
Hinzu kommt, ich treffe mit der Super Vinci besser.

Zur Vorlage:
Laut KATALOG brauchen die
Black Eagle 3 (12/76) 24gr. Vorl.,
Bei 3,1 kg Gewicht.
Super BE 3 (12/89) 28gr. Vorl,
Bei 3,15 kg
Vinci (12/76) 28gr. Vorl,
Bei 3,15 kg
und die
Super Vinci (12/89) 32gr. Vorl,
Bei 3,2 Kg
Aber…
1. Wichtig ist das nur auf dem Schiessstand
2. MEINE SBE3 und Super Vinci verdauen beide auch die 24gr Sportpatronen! Und es gibt ja auch etwas flottere Patronen.

Zum Gewicht:
Es gibt Leute, die würden wetten, dass die Super Vinci leichter ist als die SBE3 – und umgekehrt. Gewichtsempfinden ist also sehr subjektiv.

Fazit

Es fasziniert mich immer wieder, welche Unterschiede man spürt, wenn man eine Flinte länger führt. Für mich fühlt sich die Vinci «richtiger» an. Auch wenn die SBE3 mich begeistert. Bei meinen Kursen habe ich meist beide dabei und es zeigt sich mal wieder: eine Flinte kann man nicht aus dem Katalog bestellen. Denn bei den Teilnehmern gibt es nach den Probeanschlägen auch geteilte Lager. Aber genau dafür gibt es verschiedene Modelle und nicht nur DIE EINE richtige Flinte. Soooo, jetzt hoffe ich mal, ich habe ein paar hilfreiche Denkanstösse liefern können. Wer mag, kann sich die anderen Berichte zu unseren Flinten gerne auf der Website: www.kraehenjagd.eu ansehen. Über Feedback freuen wir uns immer.
Nach oben scrollen